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Aktuelles...

In der Regentröpfchengruppe sind die Kinder nach einer Bilderbuchbetrachtung auf die Idee gekommen, selbst einmal Eier auszubrüten. Da es bei Grewen im Garten Hühner gibt und auch eine Brutmaschine vorhanden ist, kann dieses Projekt nun auch in die Tat umgesetzt werden. Eier gibt es zwar in jedem Supermarkt, aber die nützen beim Brüten nichts. Dort wo die Sonntags-Frühstücks-Eier herkommen, gibt es oftmals nur Hühner. Oder viele Hühner und wenige Hähne. Denn die Hähne braucht man zum Eierlegen nicht. Aber wie bei uns Menschen, braucht es für Hühner-Kinder eine Mama und einen Papa. Darum haben wir auch die Eier von Grewen´s Hühner zum Brüten genommen.

           

Um beste Brutergebnisse zu erzielen, sollte die Raumtemperatur ziemlich gleichmäßig sein und zwischen 15° und 20°C liegen. Klingt nicht so schwierig. Auch sollte das Gerät gut gegen Erschütterungen und Bewegungen abgesichert sein. Das ist für einen Kindergarten eine echte Herausforderung Wenn ein Huhn seine Eier ausbrütet, wendet es mit seinen Füßen die Eier, damit die Küken im Ei nicht an der Schale festkleben und absterben. Leider haben wir kein Huhn. Lediglich die kleine Brutmaschine. Und die hat auch keine automatische Wende-Vorrichtung. Darum muss man vom 3. bis zum 17. Tag die Eier dreimal täglich von Hand wenden. Die fleißigen Helfer für die manuelle Wendung haben wir gefunden. Dies ist eine Aufgabe, die selbst die kleineren Kinder schon übernehmen können. Täglich wurden neue freiwillige Helfer gesucht. Jeden Morgen und jeden Abend werden die Eier unter Anleitung gedreht. Sie sind mit einem Mond und einer Sonne gekennzeichnet, so dass wir wissen welches Ei noch gedreht werden muss. Aus den Eiern kommen Küken, die dann zu Hühnern werden. Wir haben 30 Eier eingelegt und werden (hoffentlich) vielleicht ca. 20 kleine Küken bekommen. Bevor man mit dem Brüten anfängt, muss man überlegen, ob und was man mit den Tieren später anfangen kann. Schließlich sind es Lebewesen und nicht irgendwelche Versuchstiere. Unser Nachwuchs wird bei Grewen im Hühnerpirk ein neues Zuhause finden. Ab dem 10. Tag kann man die Bruteier mit einer Schierlampe durchleuchten. Bei einem lebenden Ei kann man einen dunklen Punkt erkennen, von dem Blutäderchen weggehen. Ein unbefruchtetes Ei ist hell und lässt nur vage den Dotterschatten erkennen. Unbefruchtete Eier müssen entfernt werden, da sie den lebenden Eiern schaden und das Temperaturniveau durcheinanderbringen.

Die Entwicklung eines Kükens im Ei

In 21 Tagen wird aus der 4 mm großen Keimscheibe eines befruchteten Eies ein Küken:
1. Tag
Es sind noch keine Veränderungen zu erkennen
3. Tag
Auf dem Dotter bilden sich Blutgefäße, die den Embryo mit Nährstoffen aus Dotter und Eiklar versorgen, der aus der Keimscheibe hervorgeht.
5. Tag
Jetzt erkennt man die Keimscheibe, die sich leicht bewegt und die Luftkammer. Außerdem sieht man die Blutgefäße, die wie dünne Fäden aussehen.
6. Tag
Die Blutgefäße werden nun dichter und sehen beim Durchleuchten der Eier wie ein Spinnennetz aus.
12. Tag
Der Embryo hat sich mittlerweile sehr stark weiterentwickelt und ist sehr gewachsen. Im Prinzip ist seine Entwicklung schon fast abgeschlossen, allerdings füllt er noch nicht ganz die Hälfte des Eis aus. Von nun an sind in der Lage Geräusche wahrzunehmen.
14. Tag
Das Ei muss beim Durchleuchten nun dunkel wirken, nur die Luftblase an der stumpfen Seite des Eis leuchtet hell.
17. Tag
Nun durchsticht der Embryo die Ei-Membran und befindet sich dann mit Kopf und Schnabel außerhalb der übrigen Eimasse in der Luftkammer. Es atmet jetzt über die Lunge. Ab jetzt nimmt es die Glucklaute der Mutter wahr und prägt sie sich ein.
19. Tag
Die Küken kommunizieren mit der Mutter und auch untereinander durch Piepsen. Der Schlupf kann so praktisch "abgesprochen" werden. Bis zu zwei Stunden können die Küken den Schlupf hinauszögern, falls noch nicht alle soweit sind. Dies bringt vor allem in der freien Natur Vorteile, da die Küken alle gleichzeitig trocken sind und zusammen mit der Mutter das Nest verlassen können. Kurz vor dem Schlupf (dies kann am 19. oder 20. Bruttag sein) zieht das Küken den Dotter durch den Nabel ein. Dieser schließt sich darauf. Der Dotter kann das Küken 24 Stunden nach dem Schlupf mit Nährstoffen versorgen. Erst danach muss es selbst Nahrung aufnehmen.
20. Tag
Am 20. Bruttag sind die meisten Eier angepickt. "Angepickt" ist aber eigentlich der falsche Ausdruck, denn dazu ist zu wenig Platz im Ei. Bis kurz vor dem Schlupf liegt der Kopf des Kükens auf der Brust. Dann hebt das Küken den Kopf an und mit dem Eizahn, der vorne auf dem Schnabel sitzt, wird ein Loch in die Schale gedrückt. Durch kreisförmiges Drehen um die eigene Achse wird mit der Zeit die gesamte Schale durchbohrt. Das Küken stemmt sich dabei gegen die Eiwände. Durch ein Heben des Nackens wird letztendlich der Deckel abgetrennt.
Achtung: Die Glucke hilft den Küken beim Schlupf nicht. Deshalb sollten auch wir den Küken nicht helfen. Der Dotter wird, wie gesagt, erst kurz vor dem Schlupf durch den Nabel eingezogen. Der Nabel schließt sich darauf. Hilft man dem Küken nun, kann es sein, dass der Nabel noch nicht verschlossen ist. Man erkennt ihn in diesem Fall an einem blutigen Punkt am Bauch. Durch ihn können Krankheitskeime eindringen, die für das Eintagsküken lebensgefährlich sind.

            

21. Tag
Spätestens jetzt sollten alle Küken schlüpfen, sofern die Bruttemperatur gestimmt hat.

Die kleinen Küken werden wir in den ersten Tagen mit Haferflocken füttern. Bei uns liegt die Verantwortung, dass sie nicht verhungern. Nach ein paar Tagen werden sie dann in ihr neues Zuhause gebracht. Wir freuen uns schon auf unseren Nachwuchs.

Herzliche Grüße
die Kindergartenglucken